Big Data

Big Wandel

Von Michael Gneuss · 2015

Unternehmen stehen derzeit vor einer großen Herausforderung. Sie müssen ihre internen Abläufe sowie ihre Geschäftsmodelle vor dem Hintergrund neuer technologischer Möglichkeiten überprüfen und gegebenenfalls modernisieren. Aber mehr noch: Digitale Technologien wie zum Beispiel Big Data verändern unter Umständen auch die Märkte und Branchenstrukturen, in denen sie tätig sind.

Dem Willen der Bundesregierung zufolge befindet sich Deutschland längst in der „digitalen Offensive“. Dieses Ziel wurde im vergangenen Jahr ausgegeben und mit der „Digitalen Agenda“ konkretisiert. Doch mit der Umsetzung in den Unternehmen ist die Politik offenbar nicht vollends zufrieden. So hat Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel auf dem IT-Gipfel im November eine rasche Transformation von Wirtschaft und Industrie gefordert. „Wir müssen offensichtlich an Tempo zulegen“, sagte Gabriel. Ein Drittel der Unternehmen habe keine Digitalstrategie, monierte er.

Die Zahl der Studien, in denen ein Mangel an Bewusstsein für die digitalen Herausforderungen in den Unternehmen diagnostiziert wird, ist groß. Dabei gilt ein Plan indes als eine zwingende Voraussetzung, um die immensen Chancen einer digitalen Transformation zu nutzen. Doch schon dieser Plan ist eine riesige Hürde. Denn die digitale Transformation betrifft das gesamte Unternehmen – von den internen Prozessen über die Kundenansprache bis hin zu den Geschäftsmodellen. Der CEO muss also eine konkrete Idee haben, wohin er sein Unternehmen führen will.

Weckruf wurde verstanden

Die Umsetzung indes ist nicht minder schwierig und vor allem riskant. 
Accenture-Deutschland-Chef Frank Riemensperger glaubt, dass die meisten Unternehmen den digitalen Weckruf zwar verstanden haben, aber gerade die mittleren und kleinen Unternehmen aus nachvollziehbarem Grund noch mit Investitionen zögern. „Das Problem ist, dass viele Kunden die digitalen Verbesserungen zwar haben wollen, aber nicht extra dafür bezahlen wollen“, sagt Riemensperger. Die Monetarisierung neuer, digitaler Services ist damit also die große Herausforderung. Zunächst ist es seiner Ansicht nach daher kein Fehler, in eine Phase des Ausprobierens und Pilotierens einzutreten. Genau diese Verhaltensweise sei in der deutschen Industrie derzeit vielfach auch zu beobachten.
Während viele interne Prozesse schon seit Jahren mithilfe von digitalen Technologien erneuert werden, geht es heute vor allem um die Entwicklung digitaler Services, mit denen zusätzliche Umsätze generiert werden können. Daraus können auch disruptive Geschäftsmodelle werden, die traditionelle Anbieter verdrängen. Die digitale Transformation ist daher für jedes Unternehmen auch ein Abwehrkampf, um solchen Disruptionen von anderer Stelle zuvorzukommen. Denn der Digitalisierung messen Experten das Potenzial zu, auch große, etablierte Firmen aus dem Markt zu drängen.

Cloud spielt wichtige Rolle

Das Marktforschungsunternehmen idc zählt Cloud- und Analytics-Systeme, mobile Lösungen und Soziale-Plattformen zu den Technologien, mit deren Hilfe in den kommenden Jahren die digitalen Transformationen in den Unternehmen forciert werden. Zwei Drittel der 2000 führenden CEOs werden in den nächsten zwei Jahren die digitale Transformation ins Zentrum ihrer Wachstumsstrategien rücken und dabei in eine Innovationsphase eintreten, schätzt IDC-Chef-Analyst Frank Gens. Vor allem Cloud-Dienste werden IDC zufolge eine wachsende Rolle spielen, weil viele Transformationsinitiativen anders nicht zu realisieren sind.

Big Data ist wichtiger Treiber

Ein Grund dafür ist die Einbindung von Geräten aller Art in das Internet of Things, die rasant zunehmen wird. idc schätzt, dass sich die Zahl auf 22 Milliarden verdoppeln wird. Einerseits macht diese Vernetzung neue Services möglich, andererseits produzieren die vernetzten Geräte immer mehr Daten und befeuern die Bedeutung von Big Data – einem der wichtigsten Treiber der digitalen Transformation. Über Daten verfügen schließlich alle Unternehmen. Gefragt ist die Kreativität, diesen Schatz auch zu Geld zu machen.

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