Virtual Reality

Durchbruch für digitale Realitäten

Von Elke von Rekowski · 2017

VR-Brillen machen die Dinge erlebbar

Neue Technologien für virtuelle und erweiterte Realität schaffen eine ganze Palette neuer Möglichkeiten. Sogenannte VR/AR Anwendungen haben das Potenzial, Aufgaben im Unternehmen von der Produktion bis hin zur Vermarktung und Service zu revolutionieren und dabei Zeit und Kosten zu sparen.

Wann immer komplexe Dinge wie Anlagen, Maschinen, Fahrzeuge oder Gebäude hergestellt werden sollen, ist es sehr schwierig, schon in der Planungsphase einen umfassenden Eindruck vom fertigen Produkt zu gewinnen. Zwar geben klassische Pläne und Zeichnungen in der Regel einen guten Überblick, ermöglichen letztendlich aber nur eine mal mehr, mal weniger abstrakte Anmutung des realen Produkts. Allzu leicht übersehen die Verantwortlichen dadurch Aspekte, die beim fertigen Produkt den Einsatzbereich begrenzen oder zu suboptimaler Gestaltung und Bedienbarkeit führen. Abhilfe schafft Virtual Reality (VR). Denn damit lassen sich beispielsweise die Modelle neuer Fahrzeuge in realistischer Größe von allen Seiten betrachten und in deren (virtuellem) Innenraum visuell auf Funktionalität und Ästhetik überprüfen. 

Schnelle Varianten in der Konstruktion

Bei der herkömmlichen Optimierung von Designs oder den Tests verschiedener Varianten eines Produktes erstellen Unternehmen in der Regel mehrere maßstäbliche Modelle (sogenannte Physical Mock-ups) des geplanten Produkts. Das kostet Zeit und der finanzielle Aufwand ist hoch. Mit VR-Technologie hingegen werden Anpassungen schnell im Workflow durchgeführt und dann fast ohne Verzögerung in einem virtuellen 3D-Modell umgesetzt. 

In der Baubranche kann beispielsweise die individuelle Ausgestaltung einzelner Räume unter realen Bedingungen geplant werden, bevor der Rohbau überhaupt existiert. Später präsentieren Innenarchitekten ihren Kunden mit Hilfe von VR lebensecht unterschiedliche Einrichtungsmöglichkeiten und gewähren ihnen bei der Planung ihrer Bäder, Einbauküchen oder Heizungsanlagen einen ganz realistischen Eindruck der Funktionen und des „Look and Feel“. 

Augmented Reality als Bindeglied zur realen Welt

Neben der 3D-Visualisierung kommt immer häufiger die überlagerte Virtualisierung zum Einsatz. Das Stichwort dazu lautet Augmented Reality (AR) und hat mit dem Hype um das Spiel Pokémon Go auch in der breiten Öffentlichkeit eine gewisse Bekanntheit erfahren. Doch eigentlich ist AR prädestiniert für Anwendungen im unternehmerischen Umfeld. Überall dort, wo in einer realen Umgebung kontextbezogene Informationen bereitgestellt werden sollen, bieten AR-Anwendungen einen deutlichen Mehrwert, beispielsweise im Bereich Service. So kann das reale Bild einer Anlage über eine VR-Brille mit einem interaktiven Plan überlagert werden. Der Nutzen: Ein Techniker im Einsatz vor Ort wird Schritt für Schritt durch eine Reparatur geführt, indem der jeweils aktuell auszuführende Part eingeblendet wird. Ein neuer Techniker sieht beispielsweise nicht nur die unbekannte Schraube, die er lösen muss, sondern per Animation auch gleich die richtige Drehrichtung. Je komplexer die Servicetätigkeit ist, desto größer ist der unmittelbare Nutzen einer entsprechenden AR-Anwendung. 

Vermarktung aus einem Guss

Bereits heute kommen VR und AR nicht nur bei der Entwicklung und dem Design, sondern auch im Marketing und Vertrieb zum Einsatz. Unternehmen nutzen VR-Anwendungen beispielsweise dazu, ihren Kunden erklärungsbedürftige Produkte in realer Größe anschaulich von allen Seiten zu zeigen. Solche Präsentationen müssen keineswegs statisch sein: So können Kunden im Automobilsektor ihre Wunschkonfigurationen dank VR im Straßenumfeld erkunden, lange bevor überhaupt ein Fertigungsauftrag ergeht. Für schon vorhandene Modelle können Anbieter mit Augmented Reality Extra-Ausstattungen demonstrieren. So erhalten Interessenten direkt vor Ort beim Händler ein anschauliches Bild der individuellen Ausstattung ihres Fahrzeugs. Derart erlebbare, realistische Präsentationen erzielen eine Wirkung und Überzeugungskraft, die um vieles höher liegt als die von Fotos, Flyern oder Hochglanzfoldern. 

Wussten Sie schon, dass…

VR und AR kurz vor dem Marktdurchbruch stehen und der Jahresumsatz damit bis 2025 voraussichtlich auf weltweit 80 Milliarden US-Dollar anwachsen wird? 

Neben dem professionellen Einsatz für Entwicklung und Design, Marketing, Ausbildung/Trainings und Service wird VR vor allem im privaten Unterhaltungsbereich (Videos, Games, Erlebniswelten, Spezialinteressen …) schon in wenigen Jahren zum Alltag gehören. Zu den Branchen, die sich aktuell am meisten mit VR befassen, zählen Film und Medien, Tourismus, die Autobranche und Consulting.

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