Industrie 4.0

Für die Zukunft bereit

Von Jens Bartels · 2015

Immer mehr Projekte in ganz Deutschland zeigen die Möglichkeiten und Potenziale der vierten industriellen Revolution. Intelligente Lösungen finden sich dabei in ganz unterschiedlichen Bereichen. Um das Tempo des Digitalisierungsprozesses noch einmal zu erhöhen, gehört in nächster Zeit die Verabschiedung übergeordneter Standards zu den vordringlichsten Aufgaben.

Die digitale Karte mit bedeutenden Industrie-4.0-Projekten in Deutschland wird immer bunter. Auf dem Gelände des Hamburger Hafens dürfen beispielsweise Lastkraftwagen dank der Nutzung von Echtzeitdaten nur noch fahren, wenn sie tatsächlich zum Be- oder Entladen gebraucht werden, Wäschereien optimieren sich automatisch selbst oder intelligente Datenbrillen führen Montage-Mitarbeiter durch die einzelnen Produktionsschritte. 

Schon mehr als 200 Projekte

Es sind nicht die einzigen Beispiele. Im Elektronikwerk von Siemens in Amberg etwa verschmilzt ebenfalls die virtuelle und die reale Welt. Im Zusammenwirken von hoher Automatisierung und hoch qualifizierter Mitarbeiter bewältigen dort 75 Prozent der Wertschöpfungskette Maschinen und Computer eigenständig. Dabei weisen von einer Million gefertigter elektronischer Steuerungen lediglich zwölf Produkte einen Fehler auf.
Auf dem IT-Gipfel im November 2015 präsentierte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel mehr als 200 Beispiele, wie Produktionsprozesse mithilfe von IT-Lösungen optimiert werden können. Weitere bemerkenswerte Daten: Insgesamt realisierten kleine und mittelständische Unternehmen in der Größe von einem und 250 Mitarbeitern rund ein Viertel der auf der Landkarte eingetragenen Projekte. Zudem haben mehr als 100 Projekte bereits die Marktreife erreicht oder befinden sich im produktiven Einsatz. Sämtliche Projekte sind auf der Plattform Industrie 4.0 zu finden. 

Neue Geschäftsmodelle entstehen

Die Landkarte zeigt außerdem: Industrie 4.0 bleibt ein zentrales Thema für den Produktionsstandort Deutschland. Im Zuge des digitalen Wandels entstehen innovative Lösungen sowie zahlreiche Anknüpfungspunkte für neue Geschäftsmodelle – und das quer über alle Branchen in ihrer gesamten Wertschöpfungskette. 
Entlang dieser Kette gilt es, von der Entwicklung über die Produktion bis hin zum Marketing und Service sämtliche Prozesse und die Kommunikation zu vernetzen. Für das Internet der Daten sind in diesem Zusammenhang annähernd unbegrenzte Speicher- und Netzkapazitäten, Applikationen, Mobility und Cloud-Computing gefragt. Entsprechend können etwa beim Thema Content digitale Transformationsprozesse bestmöglich unterstützt werden. Somit ist die Realisierung von Geschäfts-, Marketing-, und Kommunikationsstrategien möglich, die alle Akteure, Infrastrukturen und Inhalte zusammenführt. 

Gemeinsame Standards setzen

Trotz aller Fortschritte bleibt festzuhalten: Vor den Akteuren aus Wirtschaft, Forschung und Politik stehen noch eine ganze Reihe wichtiger Aufgaben. Zu den nächsten Meilensteinen zählt das Setzen übergeordneter Standards für die Digitalisierung der Industrie. Wichtig in diesem Kontext ist eine enge Kooperation mit den Firmen des Industrial Internet Consortium in den USA, um eine gemeinsame Grundlage für Standards zu schaffen. Der Grund ist ganz einfach. Die Industrie benötigt international übergreifende Lösungen, da auch Geschäfte und Kunden global aufgestellt sind. Nur so ist ein weltweiter Markterfolg von Industrie 4.0 möglich.

Wachstum

Rund die Hälfte der Industrieunternehmen (51 Prozent), die Industrie-4.0-Anwendungen nutzen oder dies planen, erwarten laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom dadurch eine Steigerung des Umsatzes. Jedes elfte Unternehmen (neun Prozent) rechnet sogar damit, dass der Umsatz durch Industrie 4.0 stark, also um mehr als zehn Prozent, zulegen wird. Den größten Umsatzschub erwarten die Unternehmen der Elektrotechnik. Hier sagen 53 Prozent der Nutzer und Interessenten von Industrie 4.0, dass sie mit steigendem Umsatz rechnen. In der Chemiebranche sind es 52 Prozent, im Automobilbau 50 Prozent und im Maschinen- und Anlagebau 48 Prozent.

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