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Papierloses Büro

Dietmar Nick über das vermeintlich Unerklärliche

Von Stefan Mauer · 2020

Trendforscher erleben derzeit ein Paradoxon aus beschleunigter Digitalisierung und steigenden Druckerverkäufen. Für Dietmar Nick, Geschäftsführer von Kyocera Document Solutions Deutschland, ist die Entwicklung nicht unerwartet - höchstens unerwartet schnell. Im Interview erklärt er, was „The New Normal“ für das klassische Papierdokument bedeutet.

Wie erklären Sie sich, dass immer mehr Papier-gebundene Prozesse digitalisiert und trotzdem mehr Drucker verkauft werden?

Durch Corona wurde der Trend zu digitalen Arbeitsweisen massiv beschleunigt, um während des Lock-Downs weiter arbeiten zu können. Dies war vor allem für Unternehmen herausfordernd, die vorher wenig in ihre digitalen Prozesse investiert hatten. Längst nicht alle Unternehmen haben nämlich das papierlose Büro auf dem Zettel: Laut einer von uns in Auftrag gegebenen Studie verfolgen 22 Prozent der Unternehmen aktuell noch keine Digitalisierungsstrategie. Dass es ganz ohne Papier nach wie vor nicht geht, zeigt auch die gestiegene Nachfrage nach Drucksystemen, weil nicht jeder Heimarbeitsplatz mit Druckern ausgestattet war. In Summe messen wir allerdings aktuell einen Rückgang des Druckvolumens. 

Demnach hat Corona das vielzitierte „papierlose Büro“ beschleunigt?

Die Digitalisierung von Dokumentenprozessen auf jeden Fall. Dokumente werden nicht mehr regelmäßig ausgedruckt, sondern nur in Ausnahmefällen. Gleichzeitig steigt die Informationsflut immer weiter an - nicht zuletzt auch in Form digitaler Dokumente. Nehmen Sie die Prognosen für den täglich E-Mailverkehr: hier wird für die nächsten Jahre ein linearer Anstieg prognostiziert, und wir sprechen weltweit von Hunderten Milliarden pro Tag. Das ist vergleichbar mit Fotoabzügen. Man lässt nur einen Bruchteil seiner Bilder auf Fotopapier bannen, besser gesagt drucken. Gleichzeitig produzieren immer mehr Menschen immer mehr Bilder. Faktisch ist der Gesamtmarkt für Fotoabzüge seit Jahren auf einem ähnlichen Niveau wie in Spitzenzeiten der klassischen Fotografie. Das papierlose Büro wird jedenfalls weiter auf sich warten lassen. 

Das klingt nach einem Paradigmenwechsel vom Dokument zur Information. Was sind hierbei die größten Herausforderungen? 

Wir müssen Menschen in die Lage versetzen, jederzeit und ortsunabhängig Informationen aus physischen und virtuellen Quellen rechtssicher verarbeiten zu können. Das kann klassische Dokumente beinhalten, muss es aber nicht. Entscheidend ist die Integration in die jeweiligen Geschäftsprozesse der Unternehmen: Wo kommen Informationen her, wie werden sie verarbeitet, wo archiviert. Wo gibt es Medienübergänge, kann man sie vermeiden oder effizienter gestalten. Spezialisten in dem Bereich heißen nicht umsonst Business Architects: sie bilden Prozesse ab, indem sie Informations-Brücken bauen. Im Mittelpunkt steht weiterhin der Mensch, daher sind Bequemlichkeit, Schnelligkeit und Sicherheit entscheidend für die Akzeptanz und damit den Erfolg bei der Digitalisierung von Unternehmen.

Kontakt

Kyocera Document Solutions
Otto-Hahn-Str. 12
40670 Meerbusch
E-Mail: stefan.mauer@dde.kyocera.com
Web: www.kyoceradocumentsolutions.de

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