Standards

Technische Hindernisse ausräumen

Von Elke von Rekowski · 2017

Auf dem Weg in die Digitalisierung müssen Unternehmen viele Hürden überwinden. Neben technischen und prozessualen Herausforderungen hemmen den Fortschritt gesetzliche Vorschriften, oft auch die Mitarbeiter und Führungskräfte. Um die Transformation voranzutreiben, sind Kompetenz und Standards gefragt.

Wenn die Entscheidung fällt, ein Unternehmen durch weitreichende Digitalisierung für zukünftige Geschäftstätigkeiten optimal zu positionieren, geht es im Jahr 2017 längst nicht immer gleich um das Internet der Dinge oder die Kundenbindung per Facebook und Twitter. Denn schon für Kleinstaspekte digitaler Neuerung gibt es vielfältige Hindernisse, deren Ursachen meist in der technischen Basis liegen. Einige Unternehmensteile weisen bereits einen hohen Digitalisierungsgrad auf, andere so gut wie keinen; Anwendungen und zugehörige Systeme sind historisch gewachsen und entsprechend uneinheitlich. Die Folge: Zwischen den internen Systemen im Unternehmen besteht wenig bis keine Interoperabilität und dasselbe gilt für die Schnittstellen nach außen – und wo die technische Kommunikation hakt, ist die Folge meist kostspielige Ineffizienz. 

Gleich international denken 

Standardisierungsbemühungen deutscher Unternehmen müssen heute auch die internationalen Lieferketten und Absatzmärkte im Blick haben. Deshalb sind Entscheidungen für digitale Lösungen auf rein betrieblicher Ebene zu kurz gedacht. Im Anlagen- und Maschinenbau und der Automobilindustrie nimmt Deutschland schon lange Spitzenplätze ein. Um diese Position aber zukünftig zu sichern, ist es erforderlich, dass die Vernetzung im Sinne der Industrie 4.0 und dem Internet der Dinge (IoT) international tragfähig ist. 

Technische Standards oder gar Normen für die digitale Ökonomie im Alleingang setzen zu wollen, ist angesichts der globalen Verflechtungen der deutschen Wirtschaft schlicht illusorisch. Deshalb kooperieren hiesige Standardisierungsgremien und Branchenverbände seit geraumer Zeit mit ihren Pendants im Ausland, darunter auch das US-amerikanische Industrial Internet Consortium. Ein erklärtes Ziel dabei ist, das deutsche Referenzarchitekturmodell RAMI4.0 international zu etablieren. Hierbei handelt es sich um ein erstmals 2015 vorgestelltes, dreidimensionales Modell für die sogenannte Industrie 4.0, das alle Funktionalitäten, Hierarchien und Geräte unter einem Überbau vereint. Die Komplexität besteht darin, dass die einzelnen Komponenten oft gleich in mehrfacher Abhängigkeit zueinander stehen und die Anpassung eines bestimmten Parameters, beispielsweise in der Produktionskette, Auswirkungen auf die Funktionalität im gesamten Systemverbund hat. Die möglichen Folgen sind also stets zu bedenken. 

Als nächsten Bereich mit erheblichem Standardisierungsbedarf (und wichtigen Schritt zur Digitalisierung in der Industrie) sehen viele Branchenverbände die automatische Identifizierung von neuen Anlagen und Geräten. Diese sollen sich ohne weiteres Zutun in die bestehenden Produktions- und Geschäftsprozesse eingliedern und die notwendigen Schnittstellen dann eigenständig mit Daten bedienen können. 

Sicherheit und Datenschutz zentral adressieren 

Neben der technischen Infrastruktur und Methodik spielen Sicherheit und Datenschutz eine tragende Rolle bei der Digitalisierung. Auch hier müssen Unternehmen noch etliche Herausforderungen meistern. Das beginnt mit der rechtskonformen Speicherung der Daten für mögliche Betriebsprüfungen und endet mit der Beachtung sämtlicher Datenschutzrichtlinien. Einer der vielen Punkte, die im Kontext digitaler Geschäftsmodelle zügig zu klären ist, ist die Frage des Dateneigentums und der kommerziellen Nutzung personenbezogener Daten. Zudem befinden sich immer mehr Anwendungen und Daten in der Cloud, was strikte Regeln für den Zugriff erfordert. Darüber hinaus gilt es dringend dafür zu sorgen, dass im Falle von Cyberattacken ausreichender Schutz und funktionstüchtiges Notfallmanagement gewährleistet ist. Aber auch vor Verlust durch technische Fehler müssen Unternehmen ihre Daten schützen. Denn in der digitalisierten Wirtschaft sind sie das wichtigste Kapital.

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